Nicht nur ein Ort, sondern ein Gefühl…

5. November 2016

Beitrag im Diversity Journal über den WELCOME Treff

In seiner aktuellen Ausgabe „Vom spontanen Willkommen zur nachhaltigen Anerkennungskultur…“ berichtet das Diversity Journal der IKOE-Servicestelle bei der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. ausführlich über den WELCOME Treff in Halle als Interkulturelles Öffnungsbeispiel in der Praxis.Der Beitrag thematisiert ein gelungenes Beispiel für Ankommensmanagement Geflüchteter im Zusammenspiel von Freiwilligenengagement, hauptamtlicher Unterstützung (Freiwilligenagentur) und zivilgesellschaftlichen Impulsen. Hier ein kleiner Ausschnitt:Eröffnung Welcome Treff
Den neuen interkulturellen Kulturraum hier im früheren Café des Theatervereins gibt es seit dem 6. Dezember 2015, eingeweiht mit freundlicher Unterstützung der Halleschen Theaterszene, der Stadt Halle, des Landes Sachsen-Anhalt und vielen Förderern. Und obwohl noch kein Jahr alt, merkt man dem Ort schon beim ersten Betreten an, dass er angenommen ist von denen, die hierherkommen, wenn nicht täglich, so doch immer wieder. Neben den vielen Geflüchteten aus vielen Ländern sind das die vielen Unterstützenden, die sich freiwillig einbringen, Veranstalter, Leute, die etwas anbieten. Die Ehrenamtlichen, die Angebote machen, sind bunt gemischt. Jemand zum Beispiel war auf Jobsuche, hat zwei Monate lang hier in der Überbrückung Deutsch gelehrt, es kommen Studenten, Rentner, und es kommen ebenso Berufstätige, die gelegentlich am Nachmittag Hausaufgabenhilfe anbieten.Der WELCOME Treff ist keine Einbahnstraße namens „Unterstützung hier lang“. Er ist ein offener Ort für Geflüchtete und Engagierte, heißt es richtig in einem der Selbstbeschreibungstexte seiner Organisatoren. Und man merkt es: Die hierherkommen, tun es aus Neugier und Bereitschaft, aus Interesse, sich zu erproben, Angebote und Unterstützungsbedarf zu testen. Und alle hier kommen sich bei möglichst jedem Schritt entgegen, greifen auf, sortieren, bringen zusammen. So entsteht die Stimmigkeit von Angeboten und Nachfrage, langfristig Respekt, auch Vertrauen. Dass Nehmen und Geben hier gegenseitig sind, weil man sich trifft in der Mitte gemeinsamer Schnittpunkte, ist hier der rote Faden. Es geht um Wechselseitigkeit und Prozesse. Nichts drückt das besser aus als das vielfältige Wochenangebot, in dem sich neben den gefragten ehrenamtlichen Deutschkursen für die Geflüchteten auch der Arabischkurs für alle findet.

Nicht nur ein Ort, sondern ein Gefühl

Arabischkurs_WelcometreffDer WELCOME Treff ist nicht nur ein Ort, sondern ein Gefühl, bringt es Julia Burghardt auf den Begriff, und sie muss es wissen. Als Leiterin des Sammelpunkts hat die junge Frau mit reichlich Erfahrung in der Freiwilligenarbeit hier die Fäden in der Hand, zusammen mit ihrem Team aus vielen Freiwilligen – jede und jeder mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen in diesem Bereich. Sie selbst war von Anfang an dabei, hat die Gründungsphase mitgestaltet, an den Strukturen gearbeitet, die fortlaufende Programmgestaltung und die Dynamik der Angebotsbedarfe stets fest im Blick.

[…] Hier war von Anfang an ein dicht gewebtes Netz an Unterstützungsmöglichkeiten vorhanden, ein breites bürgerschaftliches Engagement von lokalen Einzelunternehmen bis hin zu den Mitgliedern der Theater- und Orchesterlandschaft der Saalestadt. Und nicht zuletzt war und ist man sich mit der Stadt einig, dass die kommunalen Instrumente zur Integration neu Ankommender nur dann wirksam werden können, wenn die Ergebnisse interkultureller Verständigung zwischen Kultur und Interkultur, Selbstsein und Anderssein als Bereicherung der eigenen Lebenserfahrung und Lebensführung vermittelt werden. Diese Bereicherung als interkulturelles Wachstum zu erleben, ist wohl der Vorteil jener, die – wie im Halleschen WELCOME Treff – sie täglich erleben und mitgestalten.

Es ist noch ein weiter Weg zur nachhaltigen Anerkennungskultur, wo auch immer er in diesen Tagen beginnt oder sich fortsetzt. Entscheidend ist, ihn als Ziel zu verankern in der eigenen Haltung und Lebensführung. Und ihn als langwierigen Prozess wertzuschätzen. „Die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt”, sagt eine chinesische Weisheit….

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