Eine Woche Ausland im WELCOME Treff

10. Juni 2017

Mein Name ist Marlene und ich habe im Mai eine Woche ein Praktikum im WELCOME Treff gemacht und dort viele interessante Menschen, Kulturen und Geschichten kennengelernt. Für eine Woche habe ich zu einem Team gehört, welches Großartiges leistet und meiner Meinung nach eine große Hilfe für alle Flüchtlinge ist.

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Ein Auslandsjahr vorzubereiten ist eine komplizierte Sache. Alle Dokumente, Vorschriften und Anforderungen müssen strengstens eingehalten werden und selbst dann kann es immer zu Fehlern und Verzögerungen kommen. Wie gesagt, keine einfache Sache. Um mich etwas auf mein Auslandsjahr vorzubereiten und vielleicht auch um mich etwas darauf einzustimmen habe ich mich dazu entschlossen ein einwöchiges Praktikum beim WELCOME Treff zu machen.

Hier kommen aus den unterschiedlichsten Regionen stammende Menschen zusammen. Ob aus Syrien, aus Afghanistan oder auch der Türkei (um nur ein paar aufzuzählen), hier trifft man auf die unterschiedlichsten Kulturen. Der 24.05, ein Mittwoch, ist für mich eine Art Schnuppertag. Ich lerne ein paar Leute aus dem Team kennen und vor allem meine Aufgaben. Am Ende des Tages bin ich mehr als nur gespannt, wie meine Praktikumswoche laufen wird. Montag, der 29.05 beginnt für mich um 11 Uhr im WELCOME Treff, denn vorher gab es in der Schule die schriftlichen Prüfungsergebnisse. Da ich noch völlig unerfahren bin, stehe ich am Anfang etwas verloren herum. Doch schon bald nimmt mich ein nettes Teammitglied auf und schreibt mit mir zusammen eine Bewerbung für einen der Flüchtlinge. Spannend ist schon das Erstellen des Lebenslaufes, da die Schulsysteme doch Unterschiede enthalten. Einige Zeit später werde ich dann um Hilfe bei Deutsch- und Englischübersetzungen gebeten. Wir unterhalten uns lange und mir wird immer mehr bewusst, wie viele Fachbegriffe ich aus dem Deutschunterricht vergessen habe und wie schwer es ist die Bedeutung einzelner deutscher Wörter zu erklären. Hier nur mal ein Beispiel: Versuchen sie jemandem, der mehr als die Hälfte aller deutscher Wörter nicht kennt, das Wort „ungefähr“ zu erklären. Am besten mit einem Beispielsatz, dachte ich mir. „Also, ich habe ungefähr fünf Gummibärchen.“ Dumme Idee, denn die nächste Frage die mir gestellt wird ist: „Was sind Gummibärchen?“ Wie ihr seht ist es nicht so einfach wie man es sich vorstellt.

Am Dienstag bin ich schon etwas vertrauter mit meiner neuen Umgebung. Der einzige Unterschied zu gestern, ich bin heute schon um 09:30 anwesend, was bedeutet, dass ich mit eine der ersten bin. Neuer Tag neues Glück! Der Mittwoch läuft ähnlich wie der Donnerstag ab, nur dass ich am späten Nachmittag vier Kinder kennenlerne, die den Cup-Song üben. Und wie es der Zufall so will, beherrsche ich diesen auch und wir spielen ihn stundenlang zusammen. Kurz bevor ich gehen muss gesteht mir eine von ihnen, dass sie unglaublich gerne beim WELCOME Treff arbeiten würde und wir verfassen daraufhin eine kleine Bewerbung. Am Donnerstag lerne ich eine Menge neuer Formulare kennen, denn viele Flüchtlinge benötigen beim Ausfüllen dieser Hilfe. Gemein ist das Ganze schon, denn einen Großteil verstehe nicht einmal ich, wie sollen es dann Leute verstehen, die kaum Deutsch sprechen? Ich treffe mich auch wieder mit den Kindern vom Vortag und wir spielen sehr viele Spiele zusammen. Freitag kommt schneller als gedacht und ist leider auch mein letzter Tag. Nur schweren Herzens kann ich Abschied nehmen, denn irgendwie sind einem die Menschen hier richtig ans Herz gewachsen. Ich habe tolle neue Erfahrungen gemacht, neue Kulturen kennengelernt und die interessantesten Geschichten gehört. Deswegen bin ich froh dieses Praktikum gemacht zu haben und wenn ich weiterhin Zeit hätte, dann würde ich mit Sicherheit noch weiter hier bleiben.

 

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